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Pressburger Bahn
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| Wien–Pressburg | Wien–Pressburg |
|---|---|
| | |
| Streckennummer: | 191 01 |
| Kursbuchstrecke (ÖBB) : | 907, 917 (CAT) |
| StreckenlĂ€nge: | 70,076 km davon: - Stadtstrecke Wien: 12,553 km - Überlandstrecke in Österreich: 48,255 km - Überlandstrecke in der Slowakei: 2,477 km - Stadtstrecke Bratislava: 4,389 km - gemeinsam mit Straßenbahn Bratislava: 1,639 km - Verbindungsstrecke in PetrĆŸalka: 0,763 km |
| Spurweite : | 1435 mm ( Normalspur ) |
| Stromsystem : | 15 kV 16,7 Hz ~ |
| Maximale Neigung : | 30 ‰ |
| Streckengeschwindigkeit: | 140 km/h |
| Zweigleisigkeit : | Schwechat–Flughafen Wien |
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Die Pressburger Bahn, ungarisch BĂ©csi villamos beziehungsweise slowakisch ViedenskĂĄ električka fĂŒr Wiener Elektrische genannt, war eine direkte Eisenbahnverbindung von Wien ĂŒber Schwechat und Wolfsthal nach Pressburg, ursprĂŒnglich im Königreich Ungarn gelegen, heute als Bratislava Hauptstadt der Slowakei. Die einst 70,076 Kilometer lange, durchgehend elektrifizierte und normalspurige Lokalbahn entlang der Donau wurde 1914 eröffnet, wobei 12,553 Kilometer auf die Stadtstrecke in Wien, 50,732 Kilometer auf die Überlandstrecke, 4,389 Kilometer auf die Stadtstrecke in Pressburg, 1,639 Kilometer auf den gemeinsam mit der Straßenbahn Bratislava benutzten Abschnitt und 0,763 Kilometer auf die Verbindungsstrecke zur Bahnstrecke Bratislava–Hegyeshalom entfielen.cite-ref-imhd-1-0[1]

Contents

‱ Geschichte
‱ Baubeginn
‱ Nach 1945
‱ Fahrzeuge
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Streckenbeschreibung

Wiener Stadtstrecke

In Wien wurde fĂŒr die Pressburger Bahn eine neue Strecke gebaut, die zwischen dem Zentrum Wiens und Schwechat weitab von allen wichtigen Straßenbahnlinien, wie sie durch die Landstraßer Hauptstraße, den Rennweg und die Simmeringer Hauptstraße bestanden, verlief. Die Vorteile dieser Trassierung bestanden darin, dass die 15 kV/16⅔ Hz-Übertragungsleitung vom stĂ€dtischen Dampfkraftwerk Wien Simmering, wo die UmformersĂ€tze zur Erzeugung des Bahnstroms fĂŒr die Überlandstrecke aufgestellt wurden, nach Schwechat die Fahrleitungsmasten der Stadtstrecke mitbenĂŒtzen konnte. Zudem musste die Pressburger Bahn, im Gegensatz etwa zu den Wiener Lokalbahnen, keine PĂ©agegebĂŒhren fĂŒr die MitbenĂŒtzung von stĂ€dtischen Straßenbahngleisen entrichten.cite-ref-veterany-2-0[2]

Die Pressburger Bahn kreuzte zwar an der Kleinen MarxerbrĂŒcke, an der RadetzkybrĂŒcke, an der RotundenbrĂŒcke sowie an der Kreuzung Zinnergasse / Kaiser-Ebersdorfer Straße die stĂ€dtische Straßenbahn höhengleich, hatte mit dieser jedoch nirgendwo eine Gleisverbindung.cite-ref-veterany-2-1[2]

Die Strecke innerhalb Wiens verlief auf Straßenniveau. Sie begann an der EinmĂŒndung der Gigergasse in die Landstraßer Hauptstraße. Der Endbahnhof Großmarkthalle befand sich vor dem AufnahmsgebĂ€ude des damaligen Bahnhofs Wien Hauptzollamt. Dort bestand Anschluss an die Wiener Dampfstadtbahn beziehungsweise ab 1925 an die Wiener Elektrische Stadtbahn. Im Anschluss folgte eine Parallelstrecke zur Vorderen Zollamtsstraße, wobei die ZĂŒge in Richtung Pressburg die Henslerstraße nutzten, wĂ€hrend die von dort kommenden durch die Stelzhamergasse fuhren. Letztlich fuhren auch nur die FernzĂŒge nach Pressburg von der eigentlichen Endstelle ab, wĂ€hrend die LokalzĂŒge von und nach Schwechat die Parallelstrecke als HĂ€userblockschleife im Uhrzeigersinn nutzten und ihre eigene Abfahrtsstelle in der Henslerstraße hatten. Die mit dem „Anschluss“ an das Deutsche Reich im Jahr 1938 erfolgte Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr fĂŒhrte dort schließlich zu einer Umkehrung der Fahrtrichtung.cite-ref-3[3]

Im Anschluss an die Parallelstrecke verlief die Pressburger Bahn ein kurzes StĂŒck auf der Vorderen Zollamtsstraße, die Wien flussabwĂ€rts entlang und bei der MĂŒndung der Wien in den Donaukanal oberhalb der Rampe von der RadetzkybrĂŒcke zum Hermannpark. Kurz danach verlief die Strecke auf dem Niveau des Donaukanalkais, und auf diesem unterquerte sie die FranzensbrĂŒcke (mit Straßenbahn), die VerbindungsbahnbrĂŒcke (Eisenbahn) und die Kaiser-Josef-BrĂŒcke (seit 1920 Schlachthaus-, heute StadionbrĂŒcke; mit Straßenbahn).

Die weitere Strecke verlief entlang des rechten Ufers des Donaukanals und der Dampfschiffstraße, der WeißgerberlĂ€nde, der Erdberger LĂ€nde, der (damals lĂ€ngeren) Schnirchgasse, des damaligen Steinlagerplatzes der Gemeinde Wien (beim Gassteg) und der Simmeringer LĂ€nde (heute teilweise zur Autobahn A4 ausgebaut). Dort fĂŒhrte sie am Kraftwerk Simmering vorbei und bog (Ă€hnlich der heutigen A 4) 2,2 Kilometer danach in die Simmeringer Haide ab, damals ein landwirtschaftlich genutztes Stadtrandgebiet. Von dort erreichte die Strecke schließlich die Kaiserebersdorfer Straße, unterquerte im Zuge der Dreherstraße zunĂ€chst die DonaulĂ€ndebahn und passierte anschließend die Stadtgrenze. Unmittelbar danach mĂŒndete die Strecke beim schon auf dem Gebiet von Schwechat liegenden Pressburger Bahnplatz in einer Rampe in die Abzweigung von der DonaulĂ€ndebahn aus Richtung Kledering, die heutige Zufahrt zur Überlandstrecke der Pressburger Bahn.

Die gesamte Wiener Stadtstrecke war bis auf das kurze StĂŒck von der Endstation bis zur EinmĂŒndung des Wienflusses in den Donaukanal sowie die sieben Ausweichen eingleisig ausgefĂŒhrt, wobei ab der EinmĂŒndung Löwengasse ein eigener Bahnkörper auf Vignolschienen zur VerfĂŒgung stand. Die Oberleitungsspannung betrug 600 Volt Gleichstrom. Zur Gegenzugsicherung diente eine Signalanlage mit elektrischen Lichtsignalen. FĂŒr den Rangierbetrieb auf den Wechselstromgleisen des Systemwechselbahnhofs Schwechat, des Betriebsmittelpunktes auf österreichischer Seite, waren die auf der Wiener Stadtstrecke eingesetzten Lokomotiven ferner mit Akkumulatoren ausgestattet. Diese waren so dimensioniert, dass sie den ganzen Tag ĂŒber nicht nachgeladen werden mussten.cite-ref-imhd-1-1[1] Außerdem hatten ihre Stromabnehmer eine Sicherung, die ein versehentliches Andrahten an der Wechselstromoberleitung verhinderte.cite-ref-veterany-2-2[2] Die Verwendung von Stromschienen im Bahnhof Groß Schwechat schied hingegen wegen des dichten Betriebs dort aus.

Überlandstrecke

Die Überlandstrecke folgte im großen und ganzen der alten römischen Heerstraße lĂ€ngs der Donau.cite-ref-grieser-4-0[4] Sie war das HerzstĂŒck der Pressburger Bahn und wurde als Vollbahn nach den Vorschriften der k.k. Staatsbahnen betrieben. Ab Schwechat verlief sie in östlicher Richtung ĂŒber die Haltestellen Mannswörth und Heidfeld, spĂ€ter durch den Bahnhof Flughafen Wien ersetzt, zum Abzweigbahnhof Fischamend Reichsstraße. In diesem Abschnitt konnte die Pressburger Bahn die bereits seit 1884 bestehende Lokalbahn Klein Schwechat–Mannersdorf mitbenutzen, musste allerdings die Elektrifizierung vornehmen.

Ab Fischamend Reichsstraße fĂŒhrte sie weiter ĂŒber die Haltestelle Dorf Fischamend, den Bahnhof Markt Fischamend, den Bahnhof Haslau-Maria Ellend und die Haltestelle Haslau-Maria Ellend zum Bahnhof Regelsbrunn. Anschließend folgten die Haltestelle Wildungsmauer und die Bahnhöfe Petronell-Carnuntum und Bad Deutsch-Altenburg, ehe Hainburg an der Donau erreicht wurde. Hier gab es die zwei Bahnhöfe Frachtenbahnhof und Personenbahnhof und die Haltestelle Ungartor. Der Streckenteil Petronell–Hainburg a.d. Donau Frachtenbahnhof war eine von der Pressburger Bahn mitbenĂŒtzte und elektrifizierte Strecke der k.k. Staatsbahnen, die ursprĂŒnglich eine Fortsetzung der Bahnstrecke Bruck an der Leitha-West–Petronell-Carnuntum darstellte.

Östlich der Stadt Hainburg folgten die Bahnhöfe Wolfsthal und Berg, bis die Strecke bei Kilometer 60,808 auf ungarisches Staatsgebiet wechselte und kurz darauf den Systemwechselbahnhof Kopčany erreichte. Dieser war nicht identisch mit dem gleichnamigen Bahnhof der Bahnstrecke Parndorf–Bratislava-PetrĆŸalka. Er lag vielmehr sĂŒdwestlich des heutigen Bahnhofs Bratislava-PetrĆŸalka im annĂ€hernd rechten Winkel zu dessen Gleisanlagen. Der Bahnhof Kopčany war durch eine 763 Meter lange Verbindungsstrecke an den Bahnhof Bratislava-PetrĆŸalka angeschlossen, die gleichfalls als Vollbahn ausgefĂŒhrt war.cite-ref-imhd-1-2[1]

Die Überlandstrecke wurde im Gegensatz zu den beiden Stadtstrecken mit der damals noch neuen Einphasen-Wechselstromtechnik 16⅔ Hz, 15.000 Volt ausgerĂŒstet, die noch heute angewandt wird. Nach der Mittenwaldbahn in Tirol handelte es sich um die zweite Linie mit diesem Stromsystem in Cisleithanien. Ein gemischtes Gleichstrom-Wechselstrom-System fĂŒr Stadt und Land wurde zuvor schon bei der Lokalbahn Wien–Baden eingesetzt, allerdings mit gleicher Spannung. Die zulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit auf der Überlandstrecke betrug 60 km/h.cite-ref-imhd-1-3[1]

In Kopčany waren zwei Gleise fĂŒr den Stromsystemwechsel ausgelegt. Dort setzte die aus Österreich kommende Wechselstromlokomotive unter Zuhilfenahme einer Stromschiene – die einen 50 Meter langen Abschnitt ohne Oberleitung ĂŒberbrĂŒckte – an das andere Ende des Zuges um, wĂ€hrend die ungarische Gleichstromlokomotive die Wagen ĂŒbernahm. Um Fehlbedienungen zu vermeiden, war der Fahrdraht dort ausnahmsweise in einer Höhe von 6,3 Metern aufgehĂ€ngt, und die Stromabnehmer der Wechselstromlokomotiven hatten einen Anschlag, der verhinderte, dass ihre Schleifleisten diese Höhe erreichten.cite-ref-veterany-2-3[2] Der Bahnhof Kopčany war darĂŒber hinaus der Betriebsmittelpunkt der P.O.H.É.V.; so befand sich dort beispielsweise ein fĂŒnfstĂ€ndiger Lokomotivschuppen.cite-ref-pozsonyikifli-5-0[5]

Pressburger Stadtstrecke

In Pressburg und seinem Vorort PetrĆŸalka fĂŒhrte die Strecke vom Bahnhof Kopčany aus kommend zu einer Haltestelle vor dem Bahnhof PetrĆŸalka, dann in nordwestliche Richtung den alten Dorfkern von PetrĆŸalka umfahrend in Richtung der Wien–Pressburger Bundesstraße. Dieser folgte sie dann durch den Park Sad Janka KrĂĄÄŸa parallel zur Donau bis zur stĂ€hlernen StarĂœ Most.

In Pressburg wurden in der Innenstadt die Gleise der dortigen Straßenbahn mitbenĂŒtzt. Da diese meterspurig war, mussten Dreischienengleise angelegt werden, wobei die rechte Schiene gemeinsam benutzt wurde. Die Strecke folgte ein kurzes StĂŒck der damaligen GĂĄbor-Baross-Straße (heute Ć tĂșrova ulica), bog kurz danach auf die Uferpromenade (damals Justi-Ufer, jetzt VajanskĂ©ho nĂĄbreĆŸie) ein und erreichte die Endstation auf dem KrönungshĂŒgelplatz, heute NĂĄmestie ÄœudovĂ­ta Ć tĂșra. Auf der RĂŒckfahrt nach Wien fuhren die ZĂŒge vom KrönungshĂŒgelplatz aus weiter nach Norden ĂŒber die Bruckgasse (jetzt MostovĂĄ ulica) zum Kossuth-Platz (vorher Radetzkyplatz, Promenade oder Theaterplatz genannt, jetzt Hviezdoslavovo nĂĄmestie). Am Nationaltheater vorbei verlief die Strecke weiter durch die Rosengasse (jetzt JesenskĂ©ho ulica) und die GĂĄbor-Baross-Straße ĂŒber den König-Andreas-Platz (jetzt Ć afĂĄrikovo nĂĄmestie), wo die Schleifenfahrt endete.

Die Pressburger Stadtstrecke wurde analog zur örtlichen Straßenbahn, deren Kraftwerk auch die Stromspeisung ĂŒbernahm, mit 550 Volt Gleichstrom betrieben. Die zulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit betrug 25 km/h auf dem Abschnitt, welcher der P.O.H.É.V. gehörte, und 18 km/h auf der gemeinsam mit der Straßenbahn betriebenen Innenstadtschleife. In Kurven, bei der Passage von Weichen sowie bei der Johanneskirche in PetrĆŸalka waren jedoch nur 6 km/h erlaubt. DarĂŒber hinaus musste zu den ZĂŒgen der örtlichen Straßenbahn ein Mindestabstand von 50 Metern eingehalten werden. An der EinmĂŒndung beim Hotel Savoy sowie der Kreuzung JesenskĂ©ho/Ć tĂșrova hatten die ZĂŒge P.O.H.É.V. jedoch Vorrang vor den örtlichen StraßenbahnzĂŒgen. Die Haltestellen im Stadtbereich wurden gemeinsam bedient.cite-ref-imhd-1-4[1]

Geschichte

Vorgeschichte

Wien und Pressburg waren bereits ab 1848 durch die Marchegger Ostbahn direkt miteinander verbunden. 1886 ging schließlich die Strecke Petronell-Carnuntum – Hainburg a.d. Donau Frachtenbahnhof in Betrieb, bevor mit dem LĂŒckenschluss Parndorf–Kittsee durch die Ödenburg-Preßburger Lokalbahn AG ab 1899 auch sĂŒdlich der Donau eine direkte Eisenbahnverbindung zwischen den beiden GroßstĂ€dten bestand.

UnabhĂ€ngig davon entstand schon in den Jahren vor 1870 fĂŒr den Raum Wien das privatwirtschaftlich initiierte Projekt Central-Eisenbahnnetz, das aus zehn Abschnitten bestand und als zehntes Vorhaben eine Linie Wien–Preßburg vorsah. 1869 beantragte ein prominent besetztes Konsortium beim Handels-Ministeriumcite-ref-6[6] die Bewilligung zu Vorarbeiten – wohl im Wissen, dass die Verwirklichung des Projekts eine gute Weile auf sich warten lassen wĂŒrde.cite-ref-7[7]

Nach der stĂŒrmischen wirtschaftlichen Entwicklung bis um den Beginn des 20. Jahrhunderts im Großraum Wien kam es zu einer unglaublichen Steigerung des Verkehrsaufkommens, weshalb die Transportwege vor allem auf der Schiene betrĂ€chtlich ausgebaut wurden. Nur das Verkehrsangebot östlich von Schwechat blieb dĂŒrftig, und es fehlte an einem leistungsfĂ€higen Transportmittel.

Erster Plan von Josef Tauber (1898)

Um die Verbindung zwischen Wien und Pressburg weiter zu verbessern, arbeitete der Wiener Ingenieur Josef Tauber bereits 1898 einen Plan fĂŒr eine Überlandstraßenbahn zwischen den beiden StĂ€dten aus.cite-ref-imhd-1-5[1] Seine VorschlĂ€ge bezĂŒglich der TrassenfĂŒhrung, des Abrisses bestehender Bauten und der Einleitung von Ablöseverhandlungen unterbreitete er am 17. November 1899 der zu einer Sondersitzung einberufenen Commission fĂŒr Verkehrsanlagen in Wien.cite-ref-grieser-4-1[4]

Taubers Vorhaben provozierte jedoch großen Widerstand bei der Ersten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft, die durch die neue Bahn eine existenzbedrohende Konkurrenz fĂŒr ihre langsamere, aber gĂŒnstige Linienschifffahrt fĂŒrchtete, sowie bei den Pressburger Kaufleuten, die eine Abwanderung ihrer Kunden nach Wien verhindern wollten.cite-ref-grieser-4-2[4] Zudem war man in Ungarn darĂŒber besorgt, dass die ehemalige Krönungsstadt der ungarischen Könige unter einen starken Einfluss von Wien und seinen Vororten kommen könnte. Diese UmstĂ€nde fĂŒhrten zu schwierigen Verhandlungen und einer langen Zeitspanne bis zur Umsetzung.cite-ref-martinko-8-0[8] Taubers PlĂ€ne von 1898 wurden somit fĂŒrs erste ad acta gelegt.cite-ref-grieser-4-3[4]

Erneuter Vorstoß auf Betreiben des MilitĂ€rs (1904)

Neuen Auftrieb erhielt das Projekt 1904 von Seiten österreich-ungarischer MilitĂ€rkreise. Im Falle einer Mobilmachung oder gar eines Waffengangs, so die Argumentation des Kriegsministeriums, wĂ€re eine effiziente Bahnverbindung zwischen Wien und Preßburg nicht nur eine wertvolle UnterstĂŒtzung bei der Abwicklung der Truppen- und Materialtransporte, sondern diente zugleich der Versorgung der Bevölkerung.cite-ref-grieser-4-4[4] Zudem wĂ€re dank dem elektrischen Betrieb bei Unruhen kein zusĂ€tzliches Personal nötig. Im Laufe der Detailplanungen entschieden sich die Verantwortlichen aus KapazitĂ€ts- und GeschwindigkeitsgrĂŒnden allerdings dafĂŒr, den Mittelabschnitt zwischen Schwechat und Kopčany nicht – wie seinerzeit von Tauber geplant – als langsamere Überlandstraßenbahn mit Triebwagen, sondern als schnellere Eisenbahn mit Lokomotivbetrieb auszufĂŒhren,cite-ref-imhd-1-6[1] das heißt, man entschied sich fĂŒr eine VerknĂŒpfung zwischen Straßenbahn und Eisenbahn.

Diesmal gingen die PlĂ€ne durch, sodass am 12. November 1904 die private Aktiengesellschaft Lokalbahn Wien-Pressburg (L.W.P.) gegrĂŒndet wurde. Sie firmierte letztlich zwar als Elektrische Lokalbahn Wien-Landesgrenze nĂ€chst Hainburg, behielt ihre ursprĂŒnglich vorgesehene AbkĂŒrzung aber bei.

Schwierigkeiten auf ungarischer Seite

Die ungarische Regierung betrachtete den Bau der neuen Bahn jedoch mit Missfallen. Sie hatte kein Interesse an der engeren Anbindung Pressburgs an Wien, weil dies ihrer Magyarisierungspolitik zuwiderlief, und ließ sich mit der Genehmigung fĂŒr den ungarischen Streckenteil Zeit. So erteilte Franz Joseph I. die Bau- und Betriebsgenehmigung fĂŒr den ungarischen Abschnitt schließlich erst per Unterschrift vom 7. Mai 1909,cite-ref-imhd-1-7[1] und die Konzessionserteilung durch das königliche ungarische Handelsministerium folgte am 5. Juni 1909.cite-ref-veterany-2-4[2]

Da der Betrieb einer Bahn auf ungarischem Staatsgebiet durch eine österreichische Gesellschaft rechtlich und politisch nicht möglich war, grĂŒndete die ungarische Seite am 23. Dezember 1909 die Pozsony OrszĂĄghatĂĄrszĂ©li HelyiĂ©rdekƱ Villamos VasĂșt, kurz P.O.H.É.V.

FĂŒr zusĂ€tzliche Diskussionen sorgte die Endstelle auf dem Pressburger KrönungshĂŒgelplatz. GemĂ€ĂŸ ursprĂŒnglicher Planung sollten dort ein AufnahmegebĂ€ude mit Warteraum sowie Nebengleise zum Umsetzen der Triebfahrzeuge entstehen. Die Stadt sorgte sich jedoch um die AttraktivitĂ€t des beliebten Spazier- und Erholungsorts ihrer BĂŒrger und schlug alternativ den – letztlich realisierten – Bau der HĂ€userblockschleife samt Mitbenutzung der Straßenbahngleise vor, womit die RangiervorgĂ€nge in der Pressburger Innenstadt entfallen konnten.cite-ref-imhd-1-8[1]

Jedoch sorgte die von der Stadt Pressburg gewĂŒnschte Mitbenutzung der vorhandenen Straßenbahninfrastruktur fĂŒr neue Probleme und langwierige Verhandlungen mit der örtlichen Straßenbahngesellschaft Pozsonyi VĂĄros Villamos VasĂșt, kurz P.V.V.V.cite-ref-imhd-1-9[1] Mit ihr musste die P.O.H.É.V. einen Betriebsvertrag aushandeln, der erst 1913 abgeschlossen werden konnte.cite-ref-martinko-8-1[8] Um die neue Strecke zu versorgen, musste die Stadt Pressburg außerdem ihr kommunales ElektrizitĂ€tswerk erweitern. Hierzu wurde, ebenfalls im Laufe des Jahres 1913, ein neuer 270-Kilowatt-Dieselmotor mit einem 130-Kilowatt-Dynamo des Herstellers Ganz und erweiterter BatterieunterstĂŒtzung installiert. Die ursprĂŒnglich benutzten Dampfmaschinen dienten fortan nur noch als Reserve.cite-ref-9[9]

Auch scheiterte auf ungarischer Seite die ursprĂŒnglich vorgesehene Mitbenutzung der Bahnstrecke Bratislava–Hegyeshalom im Stadtbereich von Pressburg, wobei die Pressburger Bahn fĂŒr die Fahrt ĂŒber die Franz-Joseph-BrĂŒcke StreckennutzungsgebĂŒhren entrichtet hĂ€tte, am Widerstand der ungarischen Staatsbahn Magyar Államvasutak. Alternativ musste die neue Bahn die Straßenfahrbahn der BrĂŒcke mitbenutzen, wozu dort Rillenschienen verlegt wurden. Aus SicherheitsgrĂŒnden wurde dieser Abschnitt zweigleisig ausgefĂŒhrt. Man nahm hierbei zunĂ€chst an, dass die erst 1890 eingeweihte BrĂŒcke das zusĂ€tzliche Gewicht der Schienen problemlos tragen könnte. Doch hatten sich mittlerweile die Belastbarkeitsvorschriften geĂ€ndert, weshalb erst die TragfĂ€higkeit der BrĂŒcke verbessert werden musste. Anschließend wurden der maximale Achsdruck auf 6,5 Tonnen und das höchste zulĂ€ssige Fahrzeuggewicht auf 26 Tonnen festgelegt. Der minimal erlaubte Achsstand betrug 2,5 Meter und der kleinste erlaubte Drehzapfenabstand 6,5 Meter. Das Budapester Unternehmen Ganz kalkulierte hierzu am 30. November 1910, dass ein Zug auf der DonaubrĂŒcke aus maximal einer Lokomotive, zwei Personenwagen und einem Postwagen bestehen dĂŒrfe. Zudem galt ein Begegnungsverbot, das heißt, es durfte sich immer nur ein Zug auf der BrĂŒcke befinden.cite-ref-martinko-8-2[8]

Baubeginn

Am 4. Juni 1911 fand schließlich in Hainburg der offizielle Spatenstich statt.cite-ref-10[10] Bereits am Tag zuvor hatte die Bauunternehmung Redlich & Berger, die der Generalunternehmer AEG-Union mit dem Bahnbau beauftragt hatte, mit den Bauarbeiten begonnen. Die Rechte und Pflichten der Arbeiter waren dabei in der „Arbeitsordnung fĂŒr den Streckenbau“ festgelegt, darin unter anderem das Recht auf freie ReligionsausĂŒbung. So war ihnen „an Feiertagen die nötige Zeit einzurĂ€umen, um den ihrer Konfession entsprechenden Verpflichtungen zum Besuch des Vormittagsgottesdienstes nachzukommen“.cite-ref-grieser-4-5[4]

Der Betrieb zu beiden Seiten der Grenze wurde den Niederösterreichischen Landesbahnen (NÖLB) ĂŒbertragen. Die Konzessionsurkunde fĂŒr den österreichischen Teil der Strecke wurde allerdings erst am 24. Juni 1912 ausgestellt.cite-ref-11[11]

Die AEG-Union lieferte als Generalunternehmer alle fĂŒr den Betrieb notwendigen Einrichtungen sowie die elektrotechnische AusrĂŒstung der Fahrzeuge. Der Auftrag zum Bau der Lokomotiven sowie der eigens konstruierten LWP-Personenwagen wurde an die Grazer Waggonfabrik sowie die Ringhoffer-Werke in Prag vergeben.

Feierliche Eröffnung im Jahr 1914

Anfang Oktober 1913 waren die Bauarbeiten bereits so weit fortgeschritten, dass fĂŒr Ende des Monats erste Probefahrten absehbar waren und der 1. Dezember des Jahres als Eröffnungstag festgesetzt wurde.cite-ref-nfp-07-10-1913-10-12-0[12] Doch wurde noch vor Beginn des Publikumsverkehrs Kritik am Fahrplan sowie dem Fahrbetrieb der Bahn geĂ€ußert.cite-ref-13[13] Im Oktober 1913 wurde dabei ein Fahrplan angekĂŒndigt, der unter anderem einen in Wien um 23:30 Uhr abgehenden und in Pressburg um circa 1:45 Uhr ankommenden Theaterzug vorsah.cite-ref-14[14]

Nach den am 12. und 13. Dezember 1913 zwischen Groß Schwechat und Fischamend Reichsstraße absolvierten Probefahrten und einem Pressetermin am 22. JĂ€nner 1914cite-ref-grieser-4-6[4] sollte die Bahn schließlich am 25. JĂ€nner 1914 in Betrieb gehen. Aufgrund nicht nĂ€her bezeichneter Schwierigkeiten auf ungarischer Seite verschob sich der Eröffnungstermin jedoch ein weiteres Mal.cite-ref-imhd-1-10[1] Schließlich wurde sie am 1. Februar 1914 morgens um 9:00 Uhr an der Wiener Großmarkthalle offiziell eingeweiht,cite-ref-15[15] die hierzu auch mit rot-weiß-grĂŒnen ungarischen Flaggen geschmĂŒckt war.cite-ref-imhd-1-11[1]

An der Eröffnungsfahrt nahmen Eisenbahnminister Freiherr Zdenko von Forster, FĂŒrsterzbischof Friedrich Gustav Piffl und weitere Honoratioren teil. Nach der nach katholischem Ritus vorgenommenen Weihe setzten sich die beiden EröffnungszĂŒge um 10:25 Uhr in Bewegung. Obwohl in Wien damals 30 Zentimeter Schnee lagen, verlief die Fahrt klaglos. Im Grenzbahnhof Berg gab StaatssekretĂ€r Lers in ungarischer Sprache mit den pathetischen Worten „Es gibt keine zwei Staaten auf der Welt, die sich so glĂŒcklich ergĂ€nzen wie Österreich und Ungarn“ den Befehl zur Weiterfahrt. In Pressburg, wo der erste Zug um 13:09 Uhr eintraf, bat BĂŒrgermeister Tivadar Brolly den damaligen Wiener BĂŒrgermeister Richard Weiskirchner samt 142 weiteren EhrengĂ€sten zum Festmahl ins Hotel Carlton, bevor die Festgesellschaft am Abend die RĂŒckfahrt nach Wien antrat.cite-ref-grieser-4-7[4]cite-ref-pozsonyikifli-5-1[5]

Aufnahme des Regelbetriebs

Der regelmĂ€ĂŸige Personenverkehr auf der Pressburger Bahn begann am 5. Februar 1914 mit zunĂ€chst elf Zugpaaren, der zusĂ€tzliche Lokalverkehr zwischen Wien Großmarkthalle und Groß Schwechat wurde am 13. April 1914 aufgenommen. Der Lokalverkehr zwischen Pressburg und Engerau begann hingegen erst am 15. November 1914, weil sich die Auslieferung der Fahrzeuge verzögerte.cite-ref-imhd-1-12[1] Insgesamt verkehrten auf der Pressburger Bahn anfangs 35 Zugpaare, wobei im Lokalverkehr ein 20-Minuten-Takt angeboten wurde. Ab 1916 fuhren einzelne LokalzĂŒge auf ungarischer Seite dann weiter bis Kittsee.cite-ref-veterany-2-5[2]

Die einfache Reisezeit ĂŒber die Gesamtstrecke betrug je nach Fahrtrichtung und Anzahl der Zwischenhalte zwischen zwei Stunden und elf Minuten und zwei Stunden und 16 Minuten,cite-ref-pozsonyikifli-5-2[5] einer weiteren Quelle zufolge waren es eine Stunde und 54 Minuten bei den SchnellzĂŒgen sowie bis zu drei Stunden bei den PersonenzĂŒgen.cite-ref-grieser-4-8[4] Auf den durch den Lokalverkehr abgedeckten Abschnitten hielten dabei auch die PersonenzĂŒge nicht ĂŒberall.cite-ref-veterany-2-6[2] Obwohl technisch alle Vorkehrungen getroffen waren, um mit der Staatsbahn zu konkurrieren, bildete die Pressburger Bahn damit eine viel langsamere Verbindung als jene.cite-ref-16[16] Der Fahrpreis ĂŒber die Gesamtstrecke betrug anfangs 220 Heller in der dritten und 340 in der zweiten Wagenklasse. Dabei wies erstere elegante Holzsitze und letztere dunkelgrĂŒne Wildledersitze auf, und fĂŒr die Beleuchtung der LWP Personenwagen sorgten jeweils 16 elektrische Lampen.cite-ref-imhd-1-13[1] Als sehr beliebt beim BildungsbĂŒrgertum erwies sich der abendliche Theaterzug. Doch auch das ĂŒbrige Publikum frequentierte die neue Verbindung stark: Die Pressburger etwa reisten nach Wien, um Kaffee zu kaufen oder ein Fußballspiel anzuschauen, andere besuchten das Schwimmbad in Hainburg. Die Wiener wiederum fuhren nach Pressburg, um dort ebenfalls ins Theater zu gehen oder einen ihnen verbotenen Film anzusehen.cite-ref-litschko-17-0[17]

Am 1. MĂ€rz 1914 probierte ferner Erzherzog Karl Stephan von Österreich mit seiner Gattin Maria Theresia von Österreich-Toskana die neue Verbindung aus. Von ihrer Residenz aus fuhren sie mit einem Kraftwagen zum Bahnhof Groß Schwechat und stiegen dort in einen Wagen der II. Klasse ein. Das fĂŒrstliche Ehepaar, das in Bratislava mit Begeisterung aufgenommen wurde, kehrte anschließend – wiederum per Kraftwagen – nach Wien zurĂŒck.cite-ref-pozsonyikifli-5-3[5]

Bereits am 18. Juli 1914 kam es zu einem ersten UnglĂŒck auf der Stadtstrecke, als ein Zug der Straßenbahnlinie K an der Kreuzung Marxergasse/Radetzkystraße vor dem Marineministerium mit einem Lokalbahnzug zusammenstieß. Der LokomotivfĂŒhrer der Lokalbahn, der dem Straßenbahnzug die Vorfahrt zu geben hatte, konnte den Zusammenprall nicht mehr verhindern und rammte den Straßenbahnzug. Es gab lediglich fĂŒnf leichtverletzte FahrgĂ€ste in der Straßenbahn.cite-ref-18[18]cite-ref-19[19]

Schon im ersten Betriebsjahr wurden ĂŒber drei Millionen Fahrkarten verkauft. Dies hatte zur Folge, dass schon bald nach Eröffnung der Wagenpark um 70 Prozent erweitert werden musste. Hierbei wurden die Garnituren von zwei auf vier bis fĂŒnf Wagen verlĂ€ngert.cite-ref-grieser-4-9[4] Wegen der eingeschrĂ€nkten TragfĂ€higkeit der DonaubrĂŒcke konnten aber nur die ersten beiden als Kurswagen durchgehend von Wien bis Pressburg laufen, wĂ€hrend die ĂŒbrigen in Hainburg auf die RĂŒckkehr des Zuges warteten.cite-ref-pozsonyikifli-5-4[5] Im GĂŒterverkehr, der nur zwischen Groß Schwechat und Kopčany stattfand, beförderte die Bahn beispielsweise GemĂŒse von der SchĂŒttinsel nach Österreich und in der Gegenrichtung Milch nach Ungarn. Die Personen- und Frachtbeförderung erfolgte teilweise gemeinsam mittels gemischter ZĂŒge.cite-ref-litschko-17-1[17]

Die Bilanz des Jahres 1915, des ersten vollen GeschĂ€ftsjahrs, wies bereits einen Gewinn von 335.000 Kronen aus. Nur auf dem kurzen ungarischen Abschnitt kam es zu Verlusten. Sie fĂŒhrten dazu, dass aus ErsparnisgrĂŒnden vorĂŒbergehend sogar der Direktor der Betreibergesellschaft sowie dessen Sohn und Tochter als TriebfahrzeugfĂŒhrer eingesetzt werden mussten. Eine wichtige Rolle kam der Pressburger Bahn bezĂŒglich der Essgewohnheiten der Wiener zu, denn bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges lockten die niedrigeren Gasthauspreise in Pressburg diese scharenweise zu Tagesfahrten in die Nachbarstadt.cite-ref-grieser-4-10[4]

Erster Weltkrieg und Folgen

Die 1915 einsetzende allgemeine Lebensmittelverknappung, wobei die Versorgungslage im österreichischen Teil der Monarchie schlechter als im ungarischen war, fĂŒhrte zu einer dramatischen Zunahme der Hamsterfahrten auf der Pressburger Bahn. Brot, Mehl, Zucker, Fett und Kaffee waren damals nur noch mit Lebensmittelmarken erhĂ€ltlich; zur Erzeugung von Ersatzprodukten wurde auf Beimengungen von RĂŒben und Mais zurĂŒckgegriffen. Weil sich die Hauptstadtbevölkerung alternativ bei den Bauern auf dem Land mit GemĂŒse und Kartoffeln eindeckte, waren die ZĂŒge damals bis auf die Trittbretter besetzt.cite-ref-grieser-4-11[4] Der Export von Lebensmitteln aus Ungarn nach Österreich war dabei verboten. So bekam seinerzeit auch die ehemalige Kronprinzessin Stephanie Schwierigkeiten, als sie nach einer Reise auf ihr Schloss OroszvĂĄr versuchte, zwei Kilogramm Mohn nach Österreich einzufĂŒhren.cite-ref-pozsonyikifli-5-5[5]

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges kam es bei der Pressburger Bahn zu grĂ¶ĂŸeren VerĂ€nderungen. Nachdem Truppen der neugegrĂŒndeten Tschechoslowakei am 31. Dezember 1918 die Pressburger DonaubrĂŒcke besetzt und die Gleise herausgerissen hattencite-ref-20[20], konnte die in der Stadt gelegene Landesbahnstation in den frĂŒhen Nachmittagsstunden des 1. JĂ€nner zum letzten Mal benĂŒtzt werden.cite-ref-21[21] Die von Pressburg Richtung Wien FlĂŒchtenden legten den sechs Kilometer langen Weg zur Weiterfahrt vom Landesbahnhof Kittsee zu Fuß zurĂŒck.cite-ref-22[22] Infolgedessen fuhren die ZĂŒge nurmehr bis zum Systemwechselbahnhof Kittsee, und in der Nacht vom 14. auf den 15. August 1919 wurde die BrĂŒcke gĂ€nzlich verbarrikadiert.cite-ref-veterany-2-7[2]

Der allgemeine Zugbetrieb war zu dieser Zeit somit stark gedrosselt und verlief sehr unregelmĂ€ĂŸig. Auf Grund der bĂŒrgerkriegsĂ€hnlichen ZustĂ€nde in Ungarn wurde der Verkehr vom 27. April bis zum 2. Oktober 1919 nur auf österreichischer Seite aufrechterhalten und bis Berg NÖ gefĂŒhrt. In Österreich kamen die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges wie Inflation und Energiemangel ebenfalls zum Tragen, weshalb der Betrieb 1919 und 1920 immer wieder kurz- und auch lĂ€ngerfristig unterbrochen wurde.

Nachdem sich die Lage in der Tschechoslowakei stabilisiert hatte, gestattete diese ab dem 2. Oktober 1919 wieder LokalbahnzĂŒge zwischen dem nunmehrigen Bratislava und Kopčany. Auf österreichischer Seite folgte die Genehmigung fĂŒr die Wiederaufnahme des grenzĂŒberschreitenden Betriebs am 18. Dezember 1919.cite-ref-veterany-2-8[2] Ab dem 21. Mai 1920 fuhren dann wieder ZĂŒge von Wien nach Kopčany, wo eine Pass- und Zollkontrolle stattfand. Reisende bis Pressburg mussten dort fortan auf die LokalzĂŒge umsteigen, um an ihr Ziel zu kommen, das sie nach 24 Minuten erreichten.cite-ref-veterany-2-9[2] Der Bahnbetrieb war seitdem in zwei Abschnitte geteilt. Aus der P.O.H.É.V. wurde 1920 ferner die LokĂĄlnej Elektrickej Ćœeleznice Bratislava–ZemskĂĄ Hranica, kurz B.Z.H.

1920–1935

Bis zum Sommer 1920 wurde so verfahren, dass die ZĂŒge von Wien aus bis nach Berg-Landesgrenze fuhren, die Lokomotiven dort umsetzten und die meist zwei Kurswagen nach Pressburg bis zum Bahnhof Kopčany schoben. Dort wurden diese von B.Z.H.-Lokomotiven ĂŒbernommen. Ab dem Sommer wurde dieses zu Lasten des tschechoslowakischen Betriebsteils gehende Verfahren eingestellt, und die Strecke von Kopčany bis zur Landesgrenze Berg wurde von 15.000 Volt Wechselspannung auf 550 Volt Gleichspannung umgestellt. Die derart umgebaute Strecke konnte ab dem 1. November 1920 in Betrieb genommen werden.

Nun wurde der Betrieb so abgewickelt, dass die beiden Kurswagen nach Pressburg von der aus Wien kommenden Lokomotive in der mittlerweile zum Bahnhof umgebauten Haltestelle Berg-Landesgrenze bis ĂŒber die Staatsgrenze zur Tschechoslowakei, wo sich ein kurzer stromloser Abschnitt befand, geschoben und dort von einer bereitstehenden B.Z.H.-Lokomotive ĂŒbernommen wurden. In Gegenrichtung setzte die B.Z.H.-Lokomotive bereits im Bahnhof Kopčany um und schob die Kurswagen nach Wien bis zum Grenzbahnhof Berg, wo sie wieder von der österreichischen Lokomotive ĂŒbernommen wurden. Damit hatte sich das kurzzeitig angewandte System vom Bahnhof Kopčany nach Berg verschoben.

Zum 1. Mai 1921 ĂŒbernahm die stĂ€dtische Verkehrsgesellschaft Bratislavas im Auftrag der B.Z.H. die BetriebsfĂŒhrung auf dem gesamten tschechoslowakischen Abschnitt der Pressburger Bahn.cite-ref-veterany-2-10[2] Vom 1. Juni 1922 an fanden außerdem getrennte Passkontrollen statt, auf österreichischer Seite in Berg und auf tschechoslowakischer Seite in Kopčany.cite-ref-pozsonyikifli-5-6[5] Die Wiederaufnahme des direkten Verkehrs auf der Landesbahn Preßburg–Wien wurde fĂŒr den 20. Dezember 1923 gemeldet.cite-ref-23[23] Auf der österreichischen Seite ĂŒbernahmen ferner zum 1. JĂ€nner 1921 die Österreichischen Bundesbahnen den Betrieb von den NÖLB, die 1922 aufgelöst wurden.

Aufgrund ihrer Lage als einzige elektrische Vollbahn im Umfeld von Wien, dem Sitz der österreichischen Elektroindustrie, wurde die Strecke ab 1923 immer wieder als Teststrecke fĂŒr Elektrolokomotiven und -triebwagen herangezogen. So fuhren unter anderem Maschinen der BBÖ-Reihen 1100, 1029 und 1080 auf der Pressburger Bahn zur Probe. Auch der letztendlich erfolglose Prototyp 1470.001 und der Triebwagen ET 11 wurden hier getestet. Aufgrund der leicht abweichenden Oberleitungsgeometrie der Strecke erhielten die Lokomotiven breitere Stromabnehmer-Wippen.cite-ref-0-24-0[24]

Partielle Umspurung im Jahr 1935

Da die normalspurige Strecke zur Grenze im meterspurigen Straßenbahnnetz Bratislavas einen Fremdkörper darstellte, wurde sie am 5. Oktober 1935 vorĂŒbergehend eingestellt und unter dem Linienbuchstaben K ein Schienenersatzverkehr mit Autobussen eingerichtet. Strecke und Fahrzeuge wurden in dieser Zeit auf Meterspur umgebaut und am 5. Januar 1936 als Straßenbahnlinie E wiedereröffnet. Diese durchquerte PetrĆŸalka mittels zweigleisiger Neubaustrecke auf etwas kĂŒrzerem Weg und fuhr bis Kittsee alle 20 Minuten, wĂ€hrend die Endstation an der Grenze nur im Anschluss zu den ZĂŒgen von und nach Wien bedient wurde.cite-ref-veterany-2-11[2] Somit mussten die Reisenden fortan in Berg aussteigen, um zu Fuß ĂŒber die Grenze zum anderen Verkehrsmittel zu gelangen.cite-ref-grieser-4-12[4] Die Pass- und ZollformalitĂ€ten mussten in einer gemeinsamen Abfertigungshalle erledigt werden.cite-ref-veterany-2-12[2]

1938–1945

Am 1. Oktober 1938 wurde das Sudetenland von Einheiten der Wehrmacht besetzt und in der Folge vom Deutschen Reich annektiert. Zum Sudetenland gehörte auch PetrĆŸalka, jetzt wieder Engerau genannt. Die Pressburger Stadtstrecke wurde am 7. Oktober 1938 eingestellt und der Betrieb zum Bahnhof Engerau vom 10. Oktober 1938 bis zum 11. April 1941 mit deutschen Autobussen aufrechterhalten.cite-ref-veterany-2-13[2]

Zur Versorgung von dort ansĂ€ssigen RĂŒstungsbetrieben gab es ab Ende 1939 Bestrebungen zur Reaktivierung der Strecke nach Engerau. Die PlĂ€ne konkretisierten sich 1940, und am 10. JĂ€nner 1941 konnte die bis in den Bahnhof Engerau verlĂ€ngerte Strecke eröffnet werden, die jetzt durchgĂ€ngig mit Wechselstrom betrieben wurde. Eine WeiterfĂŒhrung bis in die Pressburger Innenstadt war hingegen nicht mehr Gegenstand der Planungen.

Ab dem 1. November 1943 wurden wegen des hohen Verkehrsaufkommens – damals frequentierten vor allem Fronturlauber die Streckecite-ref-grieser-4-13[4] – VerstĂ€rkungsfahrten vom Wiener Aspangbahnhof ĂŒber Simmering, den Wiener Zentralfriedhof und weiter Richtung Schwechat aufgenommen. Kriegsbedingt kam es ab 1944 immer wieder zu Betriebseinstellungen. Wegen der Kampfhandlungen in ihrem Bereich wurde die Pressburger Bahn im FrĂŒhjahr 1945 von sĂ€mtlichen Fahrzeugen gerĂ€umt, und der Betrieb wurde am 3. April 1945 eingestellt.

Nach 1945

Nach Kriegsende – die Rote Armee hatte Mitte April 1945 Wien erobert – wurde der Verkehr auf der Pressburger Bahn ab dem 26. Juli 1945 sukzessive auf mehreren TeilstĂŒcken mit Dampflokomotiven wiederaufgenommen, wobei vor allem FlĂŒchtlinge fĂŒr chaotisch ĂŒberfĂŒllte ZĂŒge sorgten.cite-ref-grieser-4-14[4] Lediglich die Wiener Stadtstrecke wurde bei der Schlacht um Wien anlĂ€sslich der Sprengung der ĂŒber sie fĂŒhrenden DonaukanalbrĂŒcken so nachhaltig zerstört, dass sie nach 1945 nicht mehr hergerichtet wurde. Die Zufahrt erfolgte nun ausschließlich ĂŒber die Aspangbahn. Das Gleismaterial der Stadtstrecke wurde bis 1948 grĂ¶ĂŸtenteils abgebaut und zur Behebung der SchĂ€den an der Überlandstrecke verwendet.cite-ref-25[25] 1948 fĂŒhrten Verhandlungen zwischen den Bundesbahnen und den Wiener Verkehrsbetrieben zur Übernahme der Stadtstrecke bis Groß-Schwechat zu keiner Einigung und sie wurde aufgelassen.cite-ref-26[26]

Im MĂ€rz 1946 wurde auch der elektrische Betrieb wiederaufgenommen. Nachdem mittlerweile die letzten noch zerstörten BrĂŒcken des Viadukts in Hainburg repariert worden waren, konnte ab dem 1. Juli 1946 wieder bis Wolfsthal gefahren werden. Wegen der geringen Inanspruchnahme wurde jedoch das StĂŒck von Wolfsthal bis zur zeitweiligen Endstation Berg-Landesgrenze nicht mehr bedient. Dennoch fuhren hier noch einige Zeit nach Kriegsende GĂŒterzĂŒge mit Dampflokomotiven, die Demontagegut aus den ehemaligen RĂŒstungsbetrieben im Raum Engerau/Berg in die Sowjetunion abtransportierten. Danach wurde das Gleis unmittelbar vor der Landesgrenze unterbrochen und auf österreichischer Seite bis zum Jahr 1959 abgetragen. Auf slowakischer Seite, wo spĂ€ter im Grenzstreifen eine Betonmauer ĂŒber die verwaisten Gleisreste errichtet wurde,cite-ref-grieser-4-15[4] war es noch bis in die 1980er Jahre vorhanden.

Ab 14. Mai 1950 verkehrten ZĂŒge der Pressburger Bahn durchgehend von Wien Hauptzollamt bis Wolfsthal. In Groß Schwechat erfolgte die Umspannung von Dampf- auf Elektrolokomotive. Nachdem die originalen Wagen der Strecke aufgrund unterschiedlich hoher Bahnsteigkanten vorerst nicht durchgehend eingesetzt werden konnten, kamen zumeist Wiener Stadtbahnwagen und spĂ€ter Spantenwagen zum Einsatz. Nach einem Umbau der Pressburger-Bahn-Wagen konnten diese dann durchgehend bis Wien Hauptzollamt eingesetzt werden.cite-ref-1-27-0[27]

Im Zuge der EinfĂŒhrung der Wiener Schnellbahn wurde die Zulaufstrecke vom Aspangbahnhof nach Schwechat elektrifiziert und zugleich die Abfahrtsstelle der Pressburger Bahn nach Wien Nord verlegt. Am 17. JĂ€nner 1962 konnte der durchgehende elektrische Verkehr von Wien Nord nach Wolfstal aufgenommen werden, was ein Umspannen in Schwechat obsolet machte. Zeitgleich wurden die Zugförderung Groß Schwechat aufgelöst und die Fahrzeuge in Wien Nord beheimatet. Bis 1974 erfolgte der Ersatz der ursprĂŒnglichen Lokomotiven Reihe 1072 durch Schnellbahn-Triebwagen der Reihe 4030.cite-ref-1-27-1[27]

Zu Beginn der 1960er Jahre mietete sich ELIN in die ehemalige LokomotivwerkstĂ€tte in Groß Schwechat ein und rĂŒstete hier Lokomotiven der ÖBB-Reihe 1042 elektrisch aus, deren mechanischen Teil die WLF Floridsdorf baute.cite-ref-0-24-1[24]

Neutrassierung beim Flughafen und Integration in die Schnellbahn

Der Bau der 1977 eröffneten zweiten Landebahn des Wiener Flughafens erforderte eine Neutrassierung der Pressburger Bahn. Sie unterquert – ebenfalls seit 1977 – das GelĂ€nde mittels zweier Tunnel, des Stationstunnels und des Pistentunnels. Seit jenem Jahr ist die Strecke außerdem zwischen Schwechat und Wolfsthal in das Netz der S-Bahn Wien, damals noch Schnellbahn genannt, integriert und wird von deren Linie S7 bedient. Sie dient vor allem der Anbindung des Flughafens an die Bahnhöfe Wien Praterstern und Wien Mitte, wobei viele ZĂŒge von Floridsdorf oder weiter entfernten S-Bahn-Stationen kommen. Die VerlĂ€ngerung ĂŒber Kopčany nach Bratislava wurde in den 1990er Jahren diskutiert, konnte jedoch nicht realisiert werden, da der Bahngrund zwischen Wolfsthal und Berg von den ÖBB verkauft worden war.

Mit Hilfe der Götzendorfer Spange, einer geplanten Abzweigung von der Pressburger Bahn zur Ostbahn, könnte eine durchgehende Verbindung Wien–Flughafen Wien–Bratislava-PetrĆŸalka realisiert werden. Die schnelle Bahnverbindung Wien–Pressburg verlĂ€uft auf dem Marchegger Ast nördlich der Donau zum Pressburger Hauptbahnhof und auf der Ostbahn in Richtung Budapest, sĂŒdlich der Donau, in Parndorf abzweigend ĂŒber Kopčany nach PetrĆŸalka. Beide Linien hatten nach der Schließung des SĂŒdbahnhofs am 12. Dezember 2009 ihren Ausgangspunkt im provisorischen Bahnhof Wien SĂŒdbahnhof (Ostseite) und werden seit 9. Dezember 2012 vom neuen Wiener Hauptbahnhof (Bahnsteige 9–12) aus gefĂŒhrt.

Im Dezember 2007 publizierte Überlegungen der Wiener Lokalbahnen, die Pressburger Bahn ab 2013cite-ref-28[28] mit straßenbahnĂ€hnlichen Triebwagengarnituren vom Stadtzentrum Wiens nach Pressburg wiederzubeleben,cite-ref-29[29] wurden nicht weiterverfolgt.

Zweigleisiger Ausbau

In den 1990er Jahren wurde die Strecke zwischen Schwechat und Flughafen Wien zweigleisig und nach Hochleistungsstrecken-Kriterien – das heißt unter anderem grĂ¶ĂŸerer Gleisabstand und keine niveaugleichen Kreuzungen mit Straßen – ausgebaut, was einem Neubau der Strecke gleichkam. Die damals versprochene Verdoppelung der Zugzahl zum Flughafen von einem Halbstundentakt auf einen Viertelstundentakt wurde durch den ebenfalls halbstĂŒndlich verkehrenden, aber nicht in den Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) integrierten City Airport Train (CAT) verwirklicht, der seit 2003 verkehrt. Die Anrainer waren mit dieser Entscheidung nicht zufrieden, da der CAT nonstop zum Flughafen fĂ€hrt und Schwechat sowie Mannswörth damit weiterhin nur halbstĂŒndlich bedient werden.

UrsprĂŒnglich war geplant, im Rahmen des Ausbaus zwischen Kaiserebersdorf und Mannswörth einen Tunnel zu bauen, um die langsame Durchfahrt durch Schwechat zu beschleunigen. Aufgrund von Problemen mit dem Grundwasser wurden dieser Plan wieder verworfen und die Bestandsstrecke ausgebaut. Dadurch konnte die Geschwindigkeit von 40–70 km/h auf 60–100 km/h angehoben werden.cite-ref-30[30] Am 29. Mai 1994 fand der feierliche Spatenstich mit Landeshauptmann Erwin Pröll und Verkehrsminister Viktor Klima statt, im Jahr 2000 konnte der zweigleisige Ausbau abgeschlossen werden.

Umbenannte Betriebsstellen

Folgende Betriebsstellen der Pressburger Bahn wechselten im Laufe der Jahre ihre Bezeichnung:

| heutige / letzte Bezeichnung | frĂŒhere Bezeichnungen |
|---|---|
| Wien Großmarkthalle | Wien Großmarkthalle Landesbahn |
| RotundenbrĂŒcke | SofienbrĂŒcke (bis 31. Mai 1922) |
| StadionbrĂŒcke | Kaiser-Josef-BrĂŒcke (bis 6. November 1919), SchlachthausbrĂŒcke (bis 27. August 1937) |
| Artilleriekaserne | Kaiserebersdorf Ladestelle (bis 10. MĂ€rz 1923), Kaiserebersdorf Lokalbahn, Neusimmering |
| Zinnergasse | Kaiserebersdorf Zinnergasse |
| Dreherstraße | Dreherstraße Linienamt |
| Schwechat | Groß Schwechat |
| Schwechat Flughafen Wien | Schwechat Ost (bis 1. Mai 1941), [ 31 ] Heidfeld (bis 2. Juni 1957) |
| Flughafen Wien | Flughafen Wien-Schwechat |
| Fischamend | Markt Fischamend |
| Maria Ellend a.d. Donau | Kroatisch Haslau (bis 1923), Haslau-Maria Ellend |
| Petronell-Carnuntum | Petronell |
| Bad Deutsch-Altenburg | Deutsch-Altenburg |
| Hainburg a.d. Donau Kulturfabrik | Hainburg a.d. Donau Frachtenbahnhof (bis 12. Dezember 2010) |
| Hainburg a.d. Donau Personenbahnhof | Hainburg a.d. Donau Stadt |
| Berg | Berg in N.Ö. Landesbahn (bis 1. Mai 1939) |
| Kopčany dopravnĂĄ vĂœhybƈa | KöpcsĂ©ny ForgĂĄlami kiterƑ |
| Kopčany | KöpcsĂ©ny, Kittsee |
| Bratislava-PetrĆŸalka | Ligetfalu, Engerau |
| PetrĆŸalka tovĂĄrenskĂĄ kolĂłnia | Ligetfalu gyĂĄrtelep |
| PetrĆŸalka hornĂĄ zastĂĄvka | Ligetfalu felsö megĂĄllĂłhely |
| PetrĆŸalka ViedenskĂĄ hradskĂĄ | Ligetfalu BĂ©csi orszĂĄgĂșt |
| PetrĆŸalka | Ligetfalu |
| PetrĆŸalka VeslĂĄrsky klub | Ligetfalu HajĂłs egylet |
| PetrĆŸalka vĂœhybƈa | Ligetfalu Liget |
| Bratislava VeliteÄŸstvo armĂĄdneho zboru | Pozsony Hadtest parancsnoksĂĄg |
| Bratislava NĂĄmestie KorunovačnĂ©ho pahorku | Pozsony KoronĂĄzĂĄsi dombtĂ©r |
| Bratislava Hotel Savoy | Pozsony Savoy szĂĄlloda |
| Bratislava ČervenĂœ vĂŽl | Pozsony Vörös Ökör |

Fahrzeuge

Originalbestand

| | Besitzer | Gattung | Nummern | Anzahl | Beschreibung | Achsen | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | L.W.P. / P.O.H.É.V. | Ewp | 1–8 | 0 8 | Elektrische Wechselstrom-Personenzuglokomotive | 4 | spĂ€ter BBÖ 1005 , DR E 72, ÖBB 1072 , Maschine Nummer 6 als einzige im Besitz der P.O.H.É.V. |
| | L.W.P. | Ewl | 1–3 | 0 3 | Elektrische Wechselstrom-Lastzuglokomotive | 4 | spĂ€ter BBÖ 1060 , DR E 60 |
| | L.W.P. | Eg | 1–4 | 0 4 | Elektrische Gleichstrom-Lokomotive | 2 | fĂŒr die Wiener Stadtstrecke, spĂ€ter BBÖ 1085 , DR E 171, ÖBB 1985 |
| | L.W.P. | BCah BCDah BCDFah Cah CDah | 1200–1211 1300–1303 1400–1402 1500–1504 1700–1703 | 28 | Personenwagen zweite und dritte Klasse Personenwagen zweite und dritte Klasse mit GepĂ€ckabteil Personenwagen zweite und dritte Klasse mit GepĂ€ck- und Postabteil Personenwagen dritte Klasse Personenwagen dritte Klasse mit GepĂ€ckabteil | 4 | fĂŒr die Gesamtstrecke, Erstlieferung von 1913 mit offenen Plattformen, Nachbestellung von 1916 mit geschlossenen Plattformen |
| | P.O.H.É.V. | Eg | 5–6 | 0 2 | Elektrische Gleichstrom-Lokomotive | 4 | fĂŒr die Pressburger Stadtstrecke |
| | L.W.P. | Eg | 7–8 | 0 2 | Elektrische Gleichstrom-Lokomotive | 4 | fĂŒr die Wiener Stadtstrecke, spĂ€ter BBÖ 1478 , DR E 172 |
| | L.W.P. | Cmg | 1600–1609 | 10 | Motorwagen dritte Klasse fĂŒr Gleichstrombetrieb | 2 | fĂŒr die Wiener Stadtstrecke, spĂ€ter BBÖ ET 24 , DR ET 187, ÖBB 4924 |
| | L.W.P. | Ch | 1525–1533 | 0 9 | Beiwagen dritte Klasse | 2 | fĂŒr die Wiener Stadtstrecke, baugleich zu den Triebwagen 1600–1609 |
| | P.O.H.É.V. | Cmg | 1610–1613 | 0 4 | Motorwagen dritte Klasse fĂŒr Gleichstrombetrieb | 2 | fĂŒr die Pressburger Stadtstrecke |
| | P.O.H.É.V. | Ch | 1534–1536 | 0 3 | Beiwagen dritte Klasse | 2 | fĂŒr die Pressburger Stadtstrecke, baugleich zu den Triebwagen 1610–1613 |
| | P.O.H.É.V. | Gk | 201–203 | 0 3 | gedeckter GĂŒterwagen | 2 | |
| | L.W.P. | Gol | 428–442 | 15 | gedeckter GĂŒterwagen | 2 | |
| | L.W.P. | Gk | 700–702 | 0 3 | gedeckter GĂŒterwagen | 2 | |
| | L.W.P. | Gk | 751–762 | 12 | gedeckter GĂŒterwagen | 2 | |
| | P.O.H.É.V. | Jk | 101–102 | 0 2 | offener GĂŒterwagen | 2 | |
| | L.W.P. | Jkg | 800–853 | 0 4 | offener GĂŒterwagen | 2 | |
| | L.W.P. | Jk | 900–901 | 0 2 | offener GĂŒterwagen | 2 | |
| | L.W.P. | Jk | 950–953 | 0 4 | offener GĂŒterwagen | 2 | |

Ein Teil der Fahrbetriebsmittel der L.W.P. wurde dabei vom Architekten Otto Wagner gestaltet.cite-ref-imhd-1-14[1] Als Besonderheit hatten alle Lokomotiven beider Gesellschaften, ebenso wie alle GĂŒterwagen, zwei verschiedene Kupplungssysteme. Sie verfĂŒgten sowohl ĂŒber regulĂ€re Zug- und Stoßeinrichtungen einer Vollbahn, das heißt Puffer und Schraubenkupplungen, als auch ĂŒber eine – etwas tiefer gelegene – Mittelpufferkupplung in Form einer Trichterkupplung. Im Gegensatz dazu hatten die Trieb- und Beiwagen fĂŒr die beiden Stadtstrecken – ebenso wie die vierachsigen Reisezugwagen fĂŒr die Gesamtstrecke – ursprĂŒnglich ausschließlich Trichterkupplungen. UrsĂ€chlich hierfĂŒr waren die engen Radien auf den Stadtstrecken; die langen Personenwagen konnten wegen der Gefahr der Überpufferung deshalb nicht mit Regelpuffern ausgestattet werden.cite-ref-pozsonyikifli-5-7[5]

Die Lokomotiven fĂŒr die Stadtstrecken leisteten dabei, der geringen Fahrgeschwindigkeit entsprechend, nur etwa 200 PS, wĂ€hrend auf der Fernstrecke 800 PS starke Maschinen die ZĂŒge fĂŒhrten.cite-ref-r-ll-32-0[32] In Pressburg zog dabei statt einer Lokomotive zum Teil auch einer der Triebwagen einen vierachsigen Reisezugwagen.

Nichtoriginale Fahrzeuge, die auf der Pressburger Bahn eingesetzt wurden und werden


Literatur

‱ PressburgerBahn, Historie der Stadtstrecke in Bratislava. Bratislava, 2014 (iPad version), iTUNES.
‱ Elektrische Bahn Wien Pozsony (Pressburg). Union ElektrizitĂ€ts-Gesellschaft, Wien 1914, OBV.
‱ Pressburg und Hainburg. (Zone 13 Kol. XVI), K.u.k. MilitĂ€rgeographisches Institut, Wien, teilweise berichtigt bis 7. JĂ€nner 1914
‱ Eisenbahn- und Schiffahrtskarte der Republik Österreich. herausgegeben vom Kartographischen, frĂŒher MilitĂ€rgeographischen Institut in Wien 1928
‱ Verkehrs- und Reisekarte von Österreich und SĂŒdbayern. herausgegeben vom Kartographischen, frĂŒher MilitĂ€rgeographischen Institut in Wien o. J.
‱ Alfred Horn: „60 Jahre“ – Die Preßburgerbahn. Mit 
 PlĂ€nen, Situations- und Typenskizzen sowie 33 Tabellen und tabellarischen Übersichten. Bohmann-Verlag, Wien 1974, ISBN 3-7002-0420-6, OBV.
‱ Alfred Horn: Preßburgerbahn – 75 Jahre in Bildern. Eine Dokumentation. Bohmann-Verlag, Wien 1989, ISBN 3-7002-0698-4.
‱ Wolfdieter Hufnagl: Die Niederösterreichischen Landesbahnen. 1. Auflage. transpress-Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-71214-8, S. 132–145.
‱ Felix Jeschke: Dracula on Rails: The Pressburgerbahn Between Imperial Space and National Body, 1867–1935. In: Central Europe, X. Jahrgang, Nr. 1, Mai 2012, S. 1–17, ingentaconnect.com.
‱ Karl Kraus: Die elektrische Bahn Wien-Preßburg ist eröffnet worden. In: Die Fackel. XV. Jahr, Nr. 393/394, Wien, 7. MĂ€rz 1914, OBV, S. 32.cite-ref-33[Anm. 1]

Weblinks

Commons

: Lokalbahn Wien-Pressburg

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ ĆœelezničnĂĄ traĆ„: Geschichte der Pressburgerbahn und Fotoseite ĂŒber den Bahnhof Wolfsthal (slowakisch)
‱ tramways.at: Erhaltene Fahrzeuge der Bahn
‱ Geschichte mit alten Fotos (slowakisch)

Einzelnachweise

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cite-note-veterany-22. ↑ Jaroslav Filo: Po stopĂĄch zruĆĄenĂœch, nepouĆŸĂ­vanĂœch či nedostavanĂœch ĆŸelezničnĂœch tratĂ­ 2: ViedenskĂĄ elektrickĂĄ ĆŸeleznica I. (doplnenĂ©), Artikel vom 8. Oktober 2009 auf veterany.eu, abgerufen am 10. April 2020
cite-note-33. ↑ Die Pressburger Bahn auf strassenbahnjournal.at, abgerufen am 25. Dezember 2019.
cite-note-grieser-44. ↑ Dietmar Grieser: Zum Gansl-Essen nach Preßburg. In: Der Onkel aus Preßburg: Auf österreichischen Spuren durch die Slowakei. Amalthea Signum Verlag, Wien, 2017.
cite-note-pozsonyikifli-55. ↑ A BĂ©csi villamos (P.O.H.É.V.) törtĂ©nete. Dokumentation auf pressburgerkipferl.sk, abgerufen am 11. Januar 2020.
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cite-note-martinko-88. ↑ Peter Martinko, Vlado Schwarz: Pressburgerbahn – Historie der Stadtstrecke in Bratislava. E-Book, herausgegeben vom Verein der Freunde des stĂ€dtischen und öffentlichen Nahverkehrs.
cite-note-99. ↑ HistĂłria bratislavskej MHD v rokoch 1909 aĆŸ 1926 auf imhd.sk, abgerufen am 12. April 2020
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) Die elektrische Bahn Wien–Preßburg. In: Politische Chronik der österreichisch-ungarischen Monarchie, Jahrgang 1911, Heft 6, S. 674, Mitte rechts. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/pch sowie Der erste Spatenstich fĂŒr die elektrische Bahn Wien–Preßburg. In: Neue Freie Presse, Nachmittagblatt, Nr. 16805/1911, 6. Juni 1911, S. 11, Mitte links. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
cite-note-1111. ↑ RGBl. 1912/125. In: Reichsgesetzblatt fĂŒr die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und LĂ€nder, Jahrgang 1912, S. 401–406. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/rgb
cite-note-nfp-07-10-1913-10-1212. ↑ Die elektrische Bahn Wien–Preßburg. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 17645/1913, 7. Oktober 1913, S. 10, Mitte links. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
cite-note-1313. ↑ Elektrische Bahn Wien–Preßburg. In: Wiener Zeitung, Nr. 26/1914, 1. Februar 1914, S. 6 Mitte. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrz
cite-note-1414. ↑ Die elektrische Bahn Wien–Preßburg. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 17645/1913, 7. Oktober 1913, S. 10, Mitte links. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
cite-note-1515. ↑ Kleine Chronik. (
) Elektrische Bahn Wien–Preßburg.. In: Wiener Zeitung, Nr. 25/1914, 31. JĂ€nner 1914, S. 3, Mitte rechts. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrz, Eröffnung der elektrischen Bahn Wien–Preßburg.. In: Volkswirtschaftliche Chronik der österreichisch-ungarischen Monarchie, Jahrgang 1914, S. 87. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vwc
cite-note-1616. ↑ Emil Honigmann: Die elektrotechnische Industrie im Jahre 1913. (
) IV. Elektrische Bahnen. In: Elektrotechnik und Maschinenbau. Zeitschrift des Elektrotechnischen Vereines in Wien. Organ der Vereinigung Österreichischer und Ungarischer ElektrizitĂ€tswerke / Elektrotechnik und Maschinenbau. Zeitschrift des Elektrotechnischen Vereines in Wien( und Organ des Zweigvereines BrĂŒnn) / E. u. M. (E und M) Elektrotechnik und Maschinenbau. Zeitschrift des Elektrotechnischen Vereines in Wien / E und M Elektrotechnik und Maschinenbau. Zeitschrift des Elektrotechnischen Vereines in Wien von 1883 bis 1938 / E und M Elektrotechnik und Maschinenbau. Organ/Zeitschrift des Elektrotechnischen Vereines Österreichs, Jahrgang 1914, Nr. 26/1914 (XXXII. Jahrgang), 28. Juni 1914, S. 558. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/emb
cite-note-litschko-1717. ↑ Katrin Litschko: Die Pressburgerbahn feiert einhundertsten Geburtstag. In: Neue Pressburger Zeitung vom MĂ€rz 2014, S. 36–37
cite-note-1818. ↑ ANNO, Die Neue Zeitung, 1914-07-19, Seite 3. Abgerufen am 27. Mai 2024.
cite-note-1919. ↑ ANNO, Die Zeit, 1914-07-18, Seite 15. Abgerufen am 27. Mai 2024.
cite-note-2020. ↑ Der Eisenbahnverkehr Wien–Preßburg unterbunden. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 19524/1919, 1. JĂ€nner 1919, S. 9, Mitte oben. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
cite-note-2121. ↑ Die Besetzung von Preßburg durch die Czechen. In: Neue Freie Presse, Abendblatt, Nr. 19525/1919, 2. JĂ€nner 1919, S. 1, Mitte rechts. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
cite-note-2222. ↑ Die Czechen in Preßburg. (
) ErzĂ€hlungen von Reisenden. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 19526/1919, 3. JĂ€nner 1919, S. 7, Mitte links. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
cite-note-2323. ↑ Kleine Chronik. Direkter Straßenbahnverkehr Wien–Preßburg.. In: Neue Freie Presse, Abendblatt, Nr. 21287/1923, 15. Dezember 1923, S. 1, unten Mitte. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
cite-note-0-2424. ↑ Alfred Horn: Pressburgerbahn. 75 Jahre in Bildern. S. 64/65.
cite-note-2525. ↑ Peter Wegenstein: Mehrgleisige Eisenbahnstrecken in Österreich. 6. Teil. In: Schienenverkehr aktuell. Oktober 1991, S. 6.
cite-note-2626. ↑ Die „Preßburger“ verkehrt kĂŒnftig nur ab Groß-Schwechat.. In: Neues Österreich, 20. Mai 1948, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nos
cite-note-1-2727. ↑ Alfred Horn: Pressburger Bahn. 75 Jahre in Bildern. S. 38–44.
cite-note-2828. ↑ Wiener Lokalbahnen wollen Pressburger-Bahn wiederbeleben. (Memento vom 10. MĂ€rz 2010 im Internet Archive) In: wieninternational.at, 14. Januar 2008, abgerufen am 17. Dezember 2012.
cite-note-2929. ↑ Gerhard Krause: Badner Bahn will nach Bratislava. Die Wiener Lokalbahnen ĂŒberraschen mit einer neuen Idee: Man will wieder eine Straßenbahn nach Bratislava betreiben. (Memento vom 10. April 2010 im Internet Archive) In: kurier.at, 27. Dezember 2007, abgerufen am 17. Dezember 2012.
cite-note-3030. ↑ Schienenverkehr aktuell. Ausgabe 01/1993, ZDB-ID 568412-2. Verlag Pospischil, Wien 1993, S. 7.
cite-note-311. Zeittafel der Reichsbahndirektion Wien auf bahnstatistik.de, abgerufen am 6. Januar 2020.
cite-note-r-ll-3232. ↑ Wien-Preßburger Bahn. In: Victor von Röll (Hrsg.): EnzyklopĂ€die des Eisenbahnwesens. 2. Auflage. Band 2: Bauentwurf–Brasilien. Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien 1912, S. 246.

Anmerkungen

cite-note-33Anm. 1. ↑ (Abschrift:) Die elektrische Bahn Wien-Preßburg ist eröffnet worden (/) das ist praktisch. Mitglieder des Wiener MĂ€nnergesangvereins trugen dabei einen Chor vor, das ist unpraktisch. An der Eröffnungsfahrt nahmen teil die Inspektoren Edelstein und Kronos, das ist interessant, wiewohl der letztere nicht identisch oder verschwĂ€gert ist. In Preßburg angelangt, bemerkte einer, daß dort 1277 Ladislaus IV. mit König Rudolf jenen BĂŒndnisvertrag geschlossen habe, auf Grund dessen die Schlacht bei DĂŒrnkrut gewonnen wurde, und daß dorthin, nach Preßburg, Ferdinand I. nach der Schlacht bei Mohacs seine Residenz verlegte. Das ist lĂŒckenhaft, weil in Preßburg auch der Professor Bernhardi aufgefĂŒhrt werden sollte. Der österreichische Eisenbahnminister hielt drei Reden, eine bei der Abfahrt des Zuges, eine an der Grenze und eine beim Ziel. Das ist viel. „Man hat sich schließlich gesagt“, meinte er, „es kann nicht Sache der Regierung sein, den technischen Fortschritt aufzuhalten, und was das Interesse der Allgemeinheit ist, ist schließlich auch das Interesse des Staates.“ Das ist einsichtig. Ein anderer Redner sagte: „Österreich braucht Ungarn und Ungarn braucht Österreich, und daher wollen wir zusammen leben und miteinander kĂ€mpfen.“ Das ist zweideutig. Am nĂ€chsten Tag wurde gemeldet, daß soeben bei der SophienbrĂŒcke der Starkstromleitungsdraht der elektrischen Bahn Wien–Preßburg gerissen sei. „Infolge dieses Zwischenfalles mußte der Verkehr auf der Strecke eingestellt werden.“ Das ist bedauerlich.